Donnerstag, 18 Dezember 2014 07:09

"Es muss etwas passieren" Empfehlung

geschrieben von 
Pat Röhring (v. l.), Franz Schröer, Werner Szybalski, Ulrich Thoden, Georg Tyrell und Wilfried Denz trafen sich zum intensiven Austausch. Pat Röhring (v. l.), Franz Schröer, Werner Szybalski, Ulrich Thoden, Georg Tyrell und Wilfried Denz trafen sich zum intensiven Austausch.

SPD Ortsverein Münster-Nord mit GW Marathon im Gespräch

Münster. Am frühen Dienstagabend trafen sich die Marathon-Vertreter Werner Szybalski und Franz Schröer in der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel mit dem Vorstand des SPD Ortsvereins Münster-Nord. Der Sportverein hatte um ein Gespräch gebeten, um die Themen Flüchtlinge in Uppenberg, Kita am Marathon-Platz, Weiterentwicklung der Sportstätten des Vereins sowie die Anbindung der Sportstätten an den Öffentlichen Nahverkehr zu erörtern. Für die SPD nahmen der stellvertretende Vorsitzende Pat Röhring, Kassierer Georg Tyrell und die Beisitzer Ulrich Thoden und Wilfried Denz teil.

Schnell Einigkeit erzielten Partei- und Vereinsvertreterfnp wienburg in der Diskussion um Aufnahme von Flüchtlingen in Uppenberg. Die SPD begrüsste das Engagement des Vereins, der angeboten hatte, am Marathon-Sportplatz Flüchtlinge aufzunehmen und zu betreuen. Pat Röhring verwies auf den Beschluss des Rates der Stadt Münster, eine Flüchtlingsunterkunft auf der Bahlmannwiese zu errichten, und erkundigte sich bei den Marathon-Vertretern, ob das Unterstütungsangebot auch für die zukünftig dort untergebrachten Flüchtlinge gelte? "Unser Angebot zur Unterstütung von Flüchtlingen durch den Verein GW Marathon ist völlig unabhängig von deren Unterbringung oder auch Herkunft. Franz Schröer wird die Flüchtlingsarbeit unseres Vereins koordinieren", verdeutlichte Werner Szybalski. Er unterstrich: "Unser Vorschlag zur Unterbringung von Flüchtlingen am Marathon-Sportplatz steht. Er gilt natürlich auch für eine vorübergehende Unterbringung in einer temporären Einrichtung an unserem Sportgelände."

Kooperation von Kita und Sportverein

Im Sommer kommenden Jahres wird eine Kindertagesstätte in Containerbauweise an der Wienburgstraße zwischen Sportplatz und der Erweiterungsfläche für die Vereinssportanlagen errichtet. Pat Röhring unterstrich die Notwendigkeit von zusätzlichen Kitas in Uppenberg und betonte: "Es müssen sogar noch mehr Plätze geschaffen werden. Aus SPD-Sicht ist es begrüssenswert, dass GW Marathon offen auf die beschlossene Einrichtung und deren Bau direkt an den Sportflächen des Vereins reagiert hat. Eine Kooperation von Kinderbetrungseinrichtungen und Sportvereinen ist sehr sinnvoll." Franz Schröer betonte, dass GW Marathon als einer der größten Vereine in Uppenberg sich in der sozialen Pflicht sieht: "Ob Flüchtling, Menschen oder Familien mit geringem Einkommen, Personen mit Handicap und auch Kinder, Jugendliche oder ältere Menschen spielt für uns in der Vereinsführung keine Rolle. Wir sehen den Sportverein in der Pflicht, allen sportliche Betätigung sowie die Integration in unsere Gemeinschaft zu ermöglichen." Schröer verwies darauf, dass GW Marathon selbstverständlich die Bildungsgutscheine akzeptiert, Menschen mit Münsterpass Ermässigungen bei Beiträgen, Eintritten oder Kursgebühren gewährt und auch durch Mitarbeit im Arbeitskreis Uppenberg seine soziale Verantwortung wahrnimmt.

sportplatz

Allwetterplatz oder Vereinshaus?

Eine spannende Diskussion entwickelte sich bezüglich der Frage der Weiterentwicklung der Sportstätten bei GW Marathon. Werner Szybalski verdeutlichte die Dringlichkeit für den Sportverein: "Auf dem renovierten Marathon-Platz sind montags bis freitags zunächst die umliegenden Schulen aktiv. Ab 16 Uhr gibt es einen plan01erweiterunggleitenden Übergang zum Vereinsportbetrieb, der allerdings auf dem einen Platz kaum sportgerecht möglich ist. GW Marathon nutzt den Rasen für 16 Fußball- und fünf bis sechs Ultimate Frisbee-Mannschaften. Einerseits ist kaum Platz vorhanden, da teilweise bis zu fünf Teams gleichzeitig trainieren, und andererseits wird so der Sportplatz zu stark genutzt. Das Grünflächenamt muss den Rasen sehr intensiv pflegen, um ihn im bespielbaren Zustand zu halten."

Erleichterung sei zwar in Sicht, so die Vereinsvertreter, die berichteten, dass bis 2016 die Brache zwischen Wienburgpark und Sportplatz als Trainingswiese hergerichtet werden soll. "Dies schafft uns Luft in der hellen Jahreszeit. Ungelöst ist das Problem des Trainingsbetriebs jeweils nach der Zeitumstellung im Winterhalbjahr. Die Kinder und Jugendlichen müssen derzeit zum Training zur Sentruper Höhe und die Erwachsenen zum Arnheimweg in Gievenbeck ausweichen. Das ist für das Vereinsleben sehr abträglich. Hinzu kommt, dass Marathon nur einen abgängigen ehemaligen JVA-Container als Heimstätte und Umkleide zur Verfügung hat", berichtete Werner Szybalski, dass aus seiner Sicht GW Marathon die erbärmlichsten Funktions- und Sozialräume aller Sportvereine in Münsters habe: "Vom hoch gepriesenen Münsterstandard kann bei unserer Anlage keine Rede sein."

"Was ist dem Verein wichtiger? Ein neues Vereinsgebäude Umkleide-Gaeste-Frauen-Obenoder ein beleuchteter Allwetterplatz?", erkundigte sich die SPD. "Beides ist extrem wichtig für den Verein. Wir stagnieren auch deshalb bei rund 600 Vereinsmitgliedern, weil immer wieder Eltern ihre Kinder abmelden und mit ihnen zu Vereinen mit sportgerechten Gebäuden wechseln. Gleiches gilt im Seniorenbereich der Fußballer. Lediglich die Frisbeesportler können nicht fliehen, da - aus sportlicher Sicht leider - GW Marathon in dieser Sportart ein Alleinstellungsmerkmal besitzt", erläuterte Szybalski, der die Frage aber nicht eindeutig beantworten konnte: "Für die Fußballer ist sicherlich der beleuchtete Allwetterplatz wichtiger als funktionierende Duschen. Die Discgolfer haben bei Veranstaltungen mit Beschwerden, insbesondere von Frauen, über die schlechten Zustände der Toiletten zu kämpfen. Die weiblichen Spielerinnen wichen, zum Beispiel beim Discgolf-Turnier im Oktober, zum Toilettengang in benachbarte Gaststätten aus. Deshalb liegt der Fokus der Frisbeesportler eindeutig bei der Schaffung von sportgerechten Funktionsgebäuden."

 Bushaltestelle am Wienburgpark

GW Marathon trug bezüglich der geplanten Schnellradwege-Verbindung zwischen Grevener Straße und Zentrum Nord Bedenken vor, dass sich der Radverkehr im Wienburgpark noch erhöhen könnte. "Schon jetzt wird der Wienburgpark gern von Radfahrern durchquert. Für uns Discgolfer, aber auch für die vielen anderen Nutzer der Grünflächen, sollte der Durchgangsverkehr im Wienburgpark nicht gesteigert. werden", erklärte Franz Schröer. Georg Tyrell konnte die Bedenken der Sportler zerstreuen: "Die ehemalige Bustrasse am Rand des Wienburgparks soll Teil dieser Fahrradwegeverbindung werden. Wir schlagen allerdings vor, die Trasse zwischen Park und Hotel Wienburg leicht zu erweitern, unter anderem mit einem Ausweichpunkt in der Mitte. Anschließend sollte eine Buslinie wochentags von der Kanalstraße über das Zentrum Nord, durch den Wienburgpark sowie das Gewerbe- und Wohngebiet Nienkamp in Richtung Kinderhaus fahren." Er fragte die Vereinsvertreter, ob dies, insbesondere der Haltepunkt im Kreuzungsbereich Wienburgstraße und Meßkamp, auf Zustimmung des Vereins treffe. "Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist derzeit nicht schlecht, aber sicherlich verbesserungsfähig. Insbesondere für die geplanten sozialen Einrichtungen ist ein Bushaltepunkt direkt an der Grenze des Wienburgspark auf jeden Fall begrüßenswert", antworteten die Marathonis.

Im Gespräch bleiben

Zum Abschluss des knapp 90-minütigen Gesprächs vereinbarten SPD und GW Marathon im Gespräch zu bleiben. Insbesondere die Weiterentwicklung der Sportstätten am Wienburgpark bleibe im Fokus der Stadtteilarbeit der SPD Münster-Nord. Im Frühjahr solle die Uppenberger Ratsfrau Hedwig Liekefedt, Vorsitzende beider Gesprächspartner, zu einem Treffen am Marathon-Platz einladen. "Gern begrüßen wir auch die SPD zu einem der monatlichen offenen Vorstandsitzung im Container am Marathon-Platz", lud Werner Szybalski die SPD Münster-Nord ein.

Gelesen 919 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 28 Januar 2015 07:36