Sonntag, 07 Dezember 2014 12:10

Gemeinsam den Flüchtlingen helfen Empfehlung

geschrieben von 
Die CDU zu Gast bei GW Marathon (v.l.) Jan-Christoph Wolber (Vorsitzender Ortsunion Kreuztor-Uppenberg), Matthias Wobbe (Stellvertretender Vorsitzender GW Marathon), Franz Schröer (Sportjugend Münster), Ratsherr Frank Baumann und Werner Szybalski. Die CDU zu Gast bei GW Marathon (v.l.) Jan-Christoph Wolber (Vorsitzender Ortsunion Kreuztor-Uppenberg), Matthias Wobbe (Stellvertretender Vorsitzender GW Marathon), Franz Schröer (Sportjugend Münster), Ratsherr Frank Baumann und Werner Szybalski.

Ortsunion Kreuztor-Uppenberg mit GW Marathon im Gespräch

Münster. Am Freitagabend (5. Dezember) besuchte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Ratsfraktion und direkt gewählte Ratsvertreter des Kreuzviertels, Frank Baumann, gemeinsam mit seinem in der Vorwoche gewählten Ortsunions-Vorsitzenden Jan-Christoph Wolber den Sportverein Grün-Weiß Marathon Münster, der um einen Austausch gebeten hatten. Gegenstand des rund 90-minütigen Gesprächs waren Flüchtlinge in Uppenberg, die zukünftige Kita am Marathon-Platz, die Weiterentwicklung der Sportstätten bei GW Marathon, der unhaltbare Zustand im Container sowie die fehlenden Sozialräume für den Verein und das NRW Frisbee Festival 2016 in Münster.

Handlungsbedarf am Marathon-Platz

Zunächst besichtigten Frank Baumann und Jan-Christoph Wolber den Container am Marathon-Platz. Werner Szybalski zeigte die vom Verein durchgeführten und finanzierten baulichen Ergänzungen, die nicht ausreichenden Duschgelegenheiten für die Sportler, den kleinen Abteilungsraum der Fußballer, in dem sich die Schiedsrichter - ohne vorhandene Infrastruktur - umziehen müssen, und den Abteilungsraum der Frisbee-Sportler, in dem nicht mal Platz für einen Arbeitsplatz ist.

Beide CDU-Vertreter zeigten sich überrascht marathon-containervon den Verhältnissen unter denen der knapp 600 Mitglieder starke Verein in Uppenberg arbeiten muss. „Da habe ich schon gänzlich andere Sportstätten in Münster, auch für Stadtteilvereine, gesehen. Ich kann nachvollziehen, dass GW Marathon dringenden Handlungsbedarf sieht“, schloss sich Ratsherr Frank Baumann in seiner ersten Stellungnahme der Stellvertretenden Bürgermeisterin Karin Reismann an, die vor der von ihr durchgeführten Siegerehrung bei der Discgolf Münsterland Open Ende Oktober gemeinsam mit der Marathon-Vorsitzenden Hedwig Liekefedt den Container besichtigt hatte.

Flüchtlinge sind in Uppenberg willkommen

Matthias Wobbe, Stellvertretender Vorsitzender von GW Marathon, erläuterte zu Gesprächsbeginn, wie es zum Vorschlag des Sportvereins kam, am Marathon-Platz eine Flüchtlingseinrichtung zu errichten, und wie und warum GW Marathon den Flüchtlingen in Uppenberg ein Unterstützungsangebot machen will. „Bei der Bürgerversammlung anlässlich der geplanten Flüchtlingsunterkunft auf der Bahlmannwiese in Uppenberg forderten unter anderem Münsters Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke und die SPD-Ratsfrau Petra Seyferth die Anwesenden auf, mögliche Standorte für Flüchtlingsunterkünfte zu benennen“, berichtete Wobbe, dass nahezu der komplette erweiterte Marathon-Vorstand an dieser Versammlung in den Räumen der Deutschen Rentenversicherung im Zentrum Nord teilgenommen hatte. „Zudem wurde berichtet, dass Hilfen für die Flüchtlinge aus dem Stadtteil erwünscht sind“, ergänzte Werner Szybalski.

flaeche2Zwei Tage später setzte sich der Vereinsvorstand zusammen und diskutierte die Angelegenheit. Dabei kam der Vorschlag heraus, dass auf der städtischen Fläche, wo früher das vereinseigene Marathon-Haus stand, sehr gut eine Flüchtlingseinrichtung errichtet werden könne. Zudem beschloss auf Anregung des Frisbeesport-Abteilungsleiters Martin Reckmann der Vereinsvorstand, dass den Flüchtlingen von GW Marathon Angebote unterbreitet werden sollen. (siehe auch: GW Marathon schlägt Flüchtlingsunterkunft am Sportplatz vor) Der Marathon-Vorstand erklärte im Gespräch, dass er sich nicht gegen eine Errichtung einer Flüchtlingseinrichtung auf der Bahlmannwiese ausgesprochen habe, obwohl mehrere Vorstandsmitglieder persönlich die Standortwahl ablehnen. So erklärte Werner Szybalski: „Der Charakter der öffentlichen Grünfläche wird ein gänzlich anderer sein, selbst wenn nur wenig Fläche bebaut sein wird. Aus meiner Sicht wird die Grünfläche im Wohnbezirk ein Hinterhofcharakter bekommen. Grundsätzlich sehe ich auch den Spielplatz und den Bolzplatz in seiner heutigen Form als gefährdet an, wenn die Bahlmannwiese bebaut wird.“ Zudem führte Matthias Wobbe an, dass er die Möglichkeit sehe, dass von der auch seiner Sicht nicht gewünschten Bebauung verzichtet werden kann, wenn anderer Stelle im Wohnbezirk Unterbringungsmöglichkeiten gefunden würden: „Das könnte in vorhandener Wohnbebauung geschehen oder auch in einem Neubau am Marathon-Platz.“ bahlmannwiese

Nach ausführlicher Diskussion stimmten CDU Ortsunion und GW Marathon darin überein, dass auch nach dem Ratsbeschluss über die Vorlage „Neue Standorte für Flüchtlingseinrichtungen“ am kommenden Mittwoch (10. Dezember) die Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen in Uppenberg nicht beendet sein wird. Die CDU versicherte, GW Marathon bei der Umsetzung der Flüchtlingshilfe durch den Verein zu unterstützen. Marathoni Franz Schröer, Mitglied im Vorstand der Sportjugend des Stadtsportbundes Münster, wird Anfang des Jahres im Rahmen eines Studienpraktikums ein auf Erfahrungen von lokalen Flüchtlingshilfeorganisationen und -gruppen basierendes Konzept für den Verein entwerfen. „Neben den sportlichen Angeboten möchte ich ein Sprachangebot für die Flüchtlinge unterbreiten“, verdeutlichte der angehende Grundschullehrer.

Kita öffnet im Sommer 2015

Im Sommer nächsten Jahres soll die geplante Kita am Marathonplatz ihre Pforten öffnen. Errichtet wird sie in eingeschossiger Containerbauweise in Fluchtline zum Container gegenüber dem Discgolf-Korb am Marathonplatz. Träger der Einrichtung wird „Outlaw Kita & more“, die ab Januar 2015 auch die Kita an der Dreifaltigkeitsschule betreiben. Marathon will mit dem Träger zusammenarbeiten, um seiner Vorstellung von einem Bewegungskindergarten in Uppenberg näher zu kommen. Jan-Christoph Wolber begrüßte die Initiative des Vereins: „Es ist sehr gut, wenn sich ein Sportverein gut im Einzugsbereich vernetzt und mit den sozialen Einrichtungen kooperiert. Kinder und Sportverein passen nicht nur sondern gehören aus meiner Sicht auch zusammen.“

Beleuchteter Allwetterplatz für Fußballer

Die beiden großen Sportabteilungen bei GW Marathon, die Fußballer mit 14 Jugendmannschaften und zwei Seniorenteams und die Frisbeesportler mit vier Ultimate-Junioren-Mannschaften und drei Seniorenteams, leiden sehr darunter, dass am Wienburgpark nur in der hellen Jahreszeit gespielt werden kann. Matthias Wobbe unterstich im Gespräch, dass zudem der vor einigen Jahren renovierte Marathon-Platz unter der starken Nutzung durch die Schulen und die Vereinsmannschaften leide. „Etwas Entlastung in den Sommermonaten wird GW Marathon erfahren, denn die Brache hinter dem Container soll in 2015 als Sportwiese, die ab 2016 genutzt werden kann, hergerichtet werden. Nicht gelöst ist damit das Problem, dass die Sportler in der dunklen Jahreszeit auf die Sentruper Höhe oder gar nach Gievenbeck zum Arnheimweg ausweichen müssen. Das Vereinsleben leidet natürlich sehr darunter, dass die Kontakte - selbst innerhalb einer Abteilung - im Winter deutlich zurückgehen. Was fehlt, ist ein beleuchteter Allwetterplatz“, unterstrich Werner Szybalski. Hinzu kommen die schon oben beschriebenen Probleme mit dem Container und die nicht ausreichenden Unterbringungsmöglichkeiten. „Eine dritte Sportgarage würde schon viel Entlastung bringen“, ergänzte Franz Schröer, der als Frisbeesportler besonders betroffen ist, denn insbesondere die sehr erfolgreichen Discgolfer müssen viele Gerätschaften ungeschützt draußen lagern.

Jan-Christoph Wolber zeigte sich überrascht von den Bedingungen am Wienburgpark: „Ich habe einige Zeit im westlichen Münsterland verbracht. Dort werden die Vereine wesentlich besser öffentlich unterstützt.“ Er sagte zu, dass die Ortsunion mit Marathon über die Weiterentwicklung der Sportstätten im Gespräch bleiben wird. Seine persönliche Unterstützung für den Verein sei zudem sicher.

NRW Frisbee Festival 2016 in Münster

logo festivalZum Abschluss überreichte Werner Szybalski, Präsident des Frisbeesport Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, ein Schreiben an Ratsherrn Frank Baumann, der schon in den vergangenen Jahren die Discgolfer von GW Marathon tatkräftig unterstützte, in dem die Stadt Münster über das für Pfingsten geplante NRW Frisbee Festival der nordrhein-westfälischen Scheibensportvereine informiert wird. Ausgerichtet wird der Event es vom Frisbeesport-Landesverband, der örtliche Durchführer ist allerdings GW Marathon Münster.
 

Gelesen 1344 mal Letzte Änderung am Montag, 08 Dezember 2014 14:51